Warum können Spielverluste zurückgefordert werden?

In Deutschland & Österreich können Spielverluste bei fast allen Online-Casinos erfolgreich zurückgefordert werden. Warum & wie das möglich ist, wissen die Meisten nicht.

Hier erfahren Sie nun alle notwendigen rechtlichen Grundlagen!


Das Glücksspielgesetz

Zuerst muss vorab geklärt werden, wie die gesetzliche Lage aussieht.

Blickt man auf Österreich werden Glücksspiele durch das sogenannte Glücksspielgesetz reguliert. Spiele in Online-Casinos (wie Roulette, Poker, Black Jack und Co.) werden als Glückspiele definiert, weil die Entscheidung über das Spielergebnis ausschließlich bzw. vorwiegend vom Zufall abhängig ist. Das Glücksspielgesetz ist Bundesgesetz & gilt daher in allen österreichischen Bundesländern gleich.


In Deutschland sieht es schon etwas anders aus: Bis zur Legalisierung des Glücksspiels am 30.06.2021 war das Veranstalten von öffentlichen Glücksspielen im Internet nach dem Glücksspielvertrag verboten. Die illegalen Anbieter begründeten die vermeintliche Legalität ihres Angebots mit einer ausländischen Lizenz & der Dienstleistungsfreiheit in der EU. Die deutsche Rechtsprechung hat jedoch in mehreren Urteilen der letzten Jahre ausgesprochen, dass der der deutsche Glücksspielvertrag nicht gegen Unionsrecht verstößt & daher gültig ist.


Zurückfordern der Gewinne - Wie ist das möglich?

Glücksverträge mit Online-Casinos, die über keine Konzession verfügen, sind nach der Rechtsprechung nichtig & daher unwirksam. Daher können Beträge (d.h. Spielverluste) auf der Grundlage eines nichtigen Glücksspielvertrags zwischen Spieler und Online-Casino laut Rechtsprechung zurückgefordert werden.

Ausgenommen hiervon sind Verluste bei Sportwetten, da diese aus rechtlicher Perspektive kein Glücksspiel darstellen. Man hat über die Gewinnchance keinen Einfluss bzw. dieser kann nicht über eine Maschine gesteuert werden. Online-Poker z.B. zählt hingegen als Glücksspiel & somit können entsprechende Verluste zurückfordert werden.


Voraussetzung dafür ist, dass der Spieler aus Deutschland oder Österreich ist & seine Spielverluste hauptsächlich in Deutschland bzw. Österreich getätigt hat. Es muss sich um einen Gesamtverlust handeln, das bedeutet, dass ausgezahlte Gewinne davon abgezogen werden müssen.



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